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Regierung zündet Nebelkerzen
Unentschlossenheit der Bundesregierung bei Gemeindefinanzen
Das Gespräch zwischen Bundeskanzler Schröder, Bundesfinanzminister
Eichel und Bundeswirtschaftsminister zur Gemeindefinanzreform am
gestrigen Abend spiegelt die Unentschlossenheit der Bundesregierung
wider. Statt mutiger Entscheidungen wurden unklare Aussagen gemacht und
Nebelkerzen geworfen.
So ist unklar geblieben, ob die Hinzurechnung ertragsunabhängiger
Elemente - wie z.B. Mieten, Zinsen, Pachten - nun gänzlich entfallen
soll oder ob nur auf die Ausweitung der Hinzurechnung verzichtet werden
soll. Unklar bleibt auch, wie das Gewerbesteueraufkommen bei diesem
Vorgehen verstetigt werden kann. Zumal den Kommunen im Jahr 2004 durch
das Vorziehen der dritten Steuerreformstufe weitere Aufkommensverluste
in Milliardenhöhe drohen.
Lediglich durch die Einbeziehung der Freiberufler in eine an sich
desolate Gewerbesteuer und durch unbegründete Sonderbelastungen für
Großunternehmen wird dieses Ziel nicht zu erreichen sein. Hier rächt
sich, dass jahrelang eine solide Vorbereitung der Gemeindefinanzreform
vernachlässigt wurde.
Unüberschaubar sind die finanziellen Auswirkungen der von der
Bundesregierung miteinander verflochtenen und vermischten
Gesetzesvorhaben. Die zu einem großen Paket verschnürten Änderungen der
Arbeitslosen- und Sozialhilfe, der dafür erforderlichen Finanztransfers,
der Gewerbesteuer, der einzelnen Maßnahmen zum Stopfen von
Steuerschlupflöchern sowie die daraus resultierenden vermeintlichen
Milliardenentlastungen der Kommunen dienen offensichtlich dazu, die
Kommunen und die widerspenstigen Vertreter in den eigenen Reihen zu
beruhigen. Jedoch rückt der Tag, an dem die Bundesregierung den Kommunen
reinen Wein einschenken muss, unaufhaltsam näher.
Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion fordert, die Gemeindefinanzreform nun
nicht übers Knie zu brechen. Zu diesem Zeitpunkt ist das von der Union
vorgeschlagene und schnell umsetzbare Sofortprogramm die einzige
realistische Alternative. Denn aufgrund der Vorschläge der
Bundesregierung werden den Kommunen im Jahr 2004 nicht die erhofften
Einnahmen aus der erweiterten Gewerbesteuer zufließen.
Das Sofortprogramm mit der Absenkung der Gewerbesteuerumlage auf 20 %
und der Erhöhung des kommunalen Umsatzsteueranteils zumindest für 2004
von 2,2 auf 3 % hilft den Kommunen in ihrer derzeitigen desolaten
Situation und gibt Zeit für eine wirklich solide Reform der
Kommunalfinanzen.
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