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Abbau des Zivildienstes geht weiter.
"Die Bundesregierung scheint beinahe täglich ihre Meinung zu Thema Wehr
und Zivildienst zu ändern" sagt die Bundestagsabgeordnete Antje
Tillmann. Sie betreut als Berichterstatterin im Haushaltsausschuss den
Bereich Zivildienst. Gerade erst mussten die Träger der sozialen
Projekte, die Zivis beschäftigen, monatlich 66 Euro mehr bereit stellen,
da die Bundesregierung die Sparschraube in diesem Feld kräftig angezogen
hat. Eine ganze Reihe von Trägern verzichten seitdem auf
Zivildienstleistende. Die Übrigen nahmen diese Belastung hin, denn ihnen
wurde Planungssicherheit versprochen.
Obwohl die Träger die letzten Einschnitte kaum verkraftet haben, geht
das Sparen munter weiter. Die Bundesregierung teilte zwar noch Ende März
im Rahmen einer Anfrage schriftlich mit: "Derzeit sind weder
Dienstzeitverkürzungen noch Änderungen der Tauglichkeitskriterien
geplant". Gestern erklärte man jedoch die Absenkung des Einberufungsalters von 25 auf 23 Jahre und die mögliche Verkürzung des
Wehrdienstes auf sechs Monate. "Zu glauben, der Zivildienst werde von
einer verkürzten Wehrdienstzeit nicht betroffen sein, ist unter
Berücksichtigung der Wehrgerechtigkeit absurd" sagt Tillmann. Und sie
ahnt wohin die Reise geht: "Die Grünen wollen die Wehrpflicht komplett
abschaffen und sie scheinen sich durchzusetzen".
Der Zivildienst erfüllt nach Auffassung der Erfurterin Tillmann eine
wichtige soziale und gesellschaftliche Aufgabe, die nicht ersatzlos über
Bord geworfen werden darf. "Ob man es wahr haben möchte oder nicht, ein
guter Teil unserer sozialen Projekte stützt sich auf die Arbeit und das
Engagement dieser jungen Männer. Alle diejenigen Alten und Kranken, die
auf die Dienste der Zivildienstleistenden angewiesen sind, lässt die
Bundesre-gierung alleine." Sie fordert Rot-Grün auf, endlich ein
schlüssiges Konzept für Wehr- und Zivildienst zu erarbeiten, dass über
kurzfristige Sparerfolge hinausgeht. Eine Ausweitung von Angeboten
beispielsweise zum "Sozialen Jahr" müsste zwangsläufig mit einer
Einschränkung beim Zivildienst einhergehen.
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