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8. Bericht der Austauschschülerin Katarina Schmidt aus den USA

Nur noch sechs Wochen sind mir verblieben…

Wie ich im letzten Bericht schon verlauten lassen habe, war ich in den Aprilferien im sonnigen und warmen Florida. Da es bei uns in Saratoga Springs immer noch etwas frisch ist, freut man sich ueber jedes Grad Celsius, dass es waermer ist.

Den Mittwoch vor Ostern ging es mit sieben Personen (meine Gasteltern Trudy und Doug, meine Gastgeschwister Amanda, Phil und Zack, ein Freund von Zack und ich) im Auto los. Mein kleiner Gastbruder Zack durfte einen seiner Freunde, Jordan, mitnehmen und um ehrlich zu sein, die Reise war sehr viel angenehmer, als sie ohne Jordan gewesen waere. Zack braucht immer eine Beschaeftigung und wenn es ein Freund ist, dann freut er sich ueber die Gesellschaft um so mehr.

Unser erstes Ziel war Charleston, South Carolina, welches wir 16 Stunden spaeter und damit gegen 11.00 Uhr Donnerstag frueh erreichten. Charleston ist eine wunderschoene Stadt mit viel Geschichte. Fort Sumter befand sich zum Beispiel dort, der Ausgangspunkt des Buergerkriegs in 1861.

Freitag ging es nach Jacksonville, Florida. Dort wurden weitere Familienmitglieder besucht, die dann auch fuer ein paar Tage mit nach Disney World kamen. Samstagmorgen erreichten wir nach insgesamt fast 24 Stunden Fahrt Disney World.

Den groessten Teil des Tages waren wir mit Auspacken und umschauen beschaeftigt. Fuer Zacks Freund Jordan und mich war es wohl am aufregendsten, da wir beide noch nie dort gewesen waren. Meine Gastfamilie hingegen faehrt oefter nach Florida in den Urlaub und kennt daher schon fast alles. Trotzdem ist es fuer sie immer Spass und Erholung.

Am Nachmittag hiess es dann einkaufen gehen, da ja schliesslich 14 Leute versorgt werden mussten. Meine Gasteltern Trudy und Doug haben die ganze Reise auf die Beine gestellt und für sie war bis zu diesem Samstag immer noch überwiegend alles nur Organisation. Der richtige Urlaub begann für sie dann erst am Ostersonntag mit einem erholsamen Tag am Pool.

Nach dem Samstagseinkauf sollte es noch zum Schwimmen gehen. Was ich nicht wusste, war, dass wir gar nicht zum Schwimmen, sondern zum Flughafen nach Orlando fuhren. Es war für mich also eine riesengroße Überraschung, dass wir meine leiblichen Eltern vom Flughafen abholten. Man kann sich sicher vorstellen, wie glücklich ich war, sie nach acht einhalf Monaten wieder zu sehen.

Wir wohnten in einem Hotelressort von Disney World. Am Sonntag begann für meine Eltern und mich die Reise durch Disney World. Wir kennen Disneyland in Paris, aber das entspricht nur einem der vielen Ressorts von Disney World – die Ausmaße sind einfach riesig. Wir besuchten am ersten Tag das Animal Kingdom und das Magic Kingdom. Unser Besuch im Magic Kingdom endete leider in einem sintflutartigen Regen, so dass selbst die berühmte Abschlussparade abgesagt werden musste.

Am Montag stand dann EPCOT auf dem Plan, welches meine Gastfamilie, meine Eltern und einige Verwandte von Doug, meinem Gastvater, gemeinsam besuchten. In EPCOT gibt es auch einen “Länderkreis” in welchem verschiedene Länder und ihre Spezialitäten sowie die Kultur vorgestellt werden. Deutschland war auch dabei. Unter anderem hat uns eine Kellnerin aus Eisenach viele Grüsse an unsere thüringische Heimat mitgegeben. Am Abend aßen wir dann zu elft in einem japanischen Restaurant. Die Zubereitung des Essens und die gesamte Show der Köche waren einfach nur toll.

Den Dienstag besuchten meine Eltern und ich die MGM-Studios. Es war zwar sehr interessant, aber in diesem Teil von Disney World traten sich die Besucher fast auf die Fuesse, so viele Leute waren unterwegs. Das war dann schon nicht mehr erholsam.

Übrigens, was für mich schon längst normal ist, fiel meinen Eltern sofort positiv auf: Überall ist Trinkwasser kostenlos zu haben und für die Toilettenbenutzung muss man auch nichts bezahlen. Trotzdem sind alle Toiletten super sauber und werden ständig gereinigt. Außerdem sind alle freundlich, keiner drängelt und auch die Autofahrer sind freundlich und aufmerksam (kleine Ausnahme: die Taxifahrer in New York), der Straßenverkehr fließt wunderbar – ohne Stress.

Mittwoch ging es dann für meine Eltern, meinen Gastbruder Phil und mich mit einem Mietauto weiter Richtung Süden. Unser erstes Ziel waren die Everglades und unser erster Stopp war Everglades City. Nach dem Einchecken in einem Motel fuhren wir noch nach Marco Island, der groessten der Ten Thousend Islands. Das warme herrlich saubere Meer, die schönen weißen Sandstrände, viele große weiße schöne Villen – einfach beeindruckend.

Am Donnerstag starteten wir von Everglades City aus unsere kombinierte wildlife-Safaritour (Airboot-Safaribus-Pontoonboot-Krokodilfarm-Tour). Es war wunderschön, bloß viel zu kurz. Wir haben viele Tiere (u.a. massenweise Krokodile, Waschbären, Schildkröten, Pelikane, u.s.w.) gesehen und die Natur ist einfach nur beeindruckend.

Am naechsten Tag ging es weiter zu den beruehmten Keys. In Key Largo blieben wir zwei Naechte. Einen Tag fuhren wir nach Key West und genossen einfach nur die Waerme, das Meer, die Unmengen von Segeljachten und aber auch die Geschichte dieser für amerikanische Verhältnisse sehr alten Stadt auf einer Trolley Tour. Auf dem Weg nach Key West machten wir Station in einem der zahlreichen Naturparks.

Am Samstag ging es dann nach Miami, unserem letzten Stopp vor dem Flug nach New York City. Wir besuchten das Seaquarium und waren danach in Miami Beach baden. Miami ist eine interessante Stadt und war definitiv ein guter Abschluss für unseren kleinen Trip durch Südflorida.

Sonntag früh ging unser Flug von Miami nach New York City. Dort besuchten wir ein Treffen von Austauschschülern und Gastfamilien des Parlamentarischen Patenschafts - Programms (kurz: PPP) in der deutschen Botschaft, zu dem mein Gastbruder und ich eingeladen waren. Es war schön, zu sehen, wie das PPP unterstützt wird und auch, dass es so viele Austauschschüler gibt, ob nun deutsche oder amerikanische, die sich daran beteiligen.

Danach blieb uns nur noch Zeit für einen kleinen Spaziergang durch Manhattan, den ich sehr genoss, da es wahrscheinlich mein letzter Besuch in New York City während meines USA-Aufenthaltes sein wird.

Von New York City fuhren wir mit einem Mietauto nach Saratoga Springs, der Heimatstadt meiner amerikanischen Gastfamilie. Meine Eltern blieben für vier Tage in Saratoga Springs und für mich waren leider die Osterferien schon vorbei und ich ging wieder zur Schule.

Nach den Ferien gab es mehrere tolle Treffen mit vielen Familienmitgliedern meiner großen Gastfamilie. Meine Eltern und ich haben uns gemeinsam die Umgebung von Saratoga Springs angeschaut, die viele historische Schauplätze, wunderschöne Parks, Kuranlagen, Pferderennplätze und die riesigen Seen zu bieten hat.

Meine Eltern haben mich auch in meiner Schule besucht und sich mit einigen meiner Lehrer zu Gesprächen getroffen. Obwohl ich schon viel von der Schule geschrieben hatte, waren meine Eltern vollkommen beeindruckt von der Größe der Schule, der tollen Ausstattung, den riesigen Sport- und Tennisflächen und den Super-Fachkabinetten.

Es war sehr schön für mich, meine Eltern wieder zu sehen und die Möglichkeit zu haben ihnen meine Gastfamilie vorzustellen und zu zeigen, wie und wo ich für fast ein Jahr gelebt habe und nun nur noch wenige Wochen bin.

In meinem nächsten Bericht werde ich über Ereignisse an meiner Schule schreiben. Es gibt so einige Veranstaltungen, die auf dem Plan stehen, zum Beispiel ein Musical, eine Talentshow und die Französische Nacht.

Bis bald. Viele Grüsse. Katarina Schmidt

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