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7. Bericht der Austauschschülerin Katarina Schmidt aus den USA

Inzwischen war ich ein zweites Mal in New York City. Dieses Mal ohne meine Gastfamilie. Janina, die andere deutsche Austauschschülerin an meiner Schule, und ich haben uns den Girl Scouts oder auch Mädchen Pfadfindern angeschlossen, um einen einstündigen Tanzkurs und eine Broadway-Show zu besuchen. Um 5.00 Uhr früh ging es mit dem Bus los und trotz Wetterproblemen (Schnee) kamen wir nur eine halbe Stunde zu spät an. Unser Tanzunterricht fand mit zwei Broadway-Akteuren statt: Einer spielte den Zazu aus dem König der Löwen und der andere, eine der Hauptrollen in Billy Idols Movin' Out, welches wir später am Tag sahen. Ich konnte mich glücklich schätzen, dass ich die Handlung vorher im Programmheft gelesen hatte, da es sonst schwer gewesen wäre, sie nur anhand der Darstellung zu verstehen. Es war allerdings ausgezeichnet und es hat definitiv das Interesse an anderen Shows und Musicals geweckt. Ich hoffe, dass ich irgendwann einmal wieder die Chance haben werde, so etwas Tolles zu besuchen.

Da sich der Winter und somit auch der Schnee noch immer nicht geschlagen geben, beschlossen Marta, die Austauschschülerin aus El Salvador, ihre Freundin Maribel, auch aus El Salvador, und ich zum ‘tubing' zu gehen. Um ehrlich zu sein, ich bin mir nicht ganz sicher, ob wir das in Deutschland auch so haben. Es ist eine recht lustige Angelegenheit. Man hat seinen luftgefüllten Reifen, wie man ihn von manchen Wasserrutschen kennt, und schlittert damit in vorgefertigten Bahnen im Schnee den Hang hinunter. Es macht unglaublich viel Spass, besonders, wenn man mehrere Reifen zusammenhängt. Da es allerdings nicht viel Bewegung gibt (man braucht nicht einmal den Reifen den Berg hinaufzuziehen, da es dafür einen speziellen Lift gibt), freut man sich am Ende trotz des vielen Spaßes doch über einen schönen warmen Ofen und eine Tasse heisse Schokolade.

Ansonsten wurde mir an einem Wochenende die El Salvadorien-Küche gezeigt. Da steht man schon mal so seine drei Stunden in der Küche und macht hauseigene Salsa, Puposa (ich bin mir allerdings nicht sicher, was die Schreibweise hierfür angeht) und so einige andere Leckerreihen. Es wurde für mich klar, dass es eine zeitaufwendige Sache ist, die allerdings um einiges hätte schneller gehen können, wenn die beiden Köche (ich war nur die Küchenhilfe von Marta und Maribel) sich vorher überlegt hätten, was sie eigentlich für ihr Essen benötigen würden …

Im Verlaufe dieses Monats hatte ich auch meinen Karatetest. Seit Ende November erlerne ich traditionelles japanisches Karate und lerne dabei auch fleissig die benötigten Begriffe. Schade ist eigentlich nur, dass hierbei mehr die Zahlen und Worte wie „Schlag“ oder „Tritt“ im Vordergrund stehen … Ich fände es sehr interessant, noch mehr zu lernen. Während des Tests sollte ich beweisen, was ich in den drei Monaten gelernt habe. Neben so einigen anderen Schülern mit weißem Gürtel ging es an einem Samstagmorgen in den Dojo. Es hat sehr viel Spass gemacht, aber es war auch sehr anstrengend. Neben den um die 100 Liegestützen, welche über den Test verteilt waren, habe ich mir sogar noch 15 Liegestütze extra eingefangen, da ich die Anrede meines Lehrers vor meiner Antwort vergessen hatte. Die Antwort war richtig, aber ohne respektvolles ‘Osu, Shihan!' war sie eben nicht vollständig … Trotz allem habe ich erfolgreich bestanden und habe jetzt einen Aufnäher auf meinem Gürtel. Im Juni ist der nächste Test und ich hoffe mit einem blauen Gürtel nach Hause gehen zu können. Vielleicht habe ich auch die Möglichkeit Karate in Deutschland weiter zu machen. Ich würde mich jedenfalls sehr darüber freuen.

Nächste Woche geht es dann mit meiner Gastfamilie nach Florida. Ich freue mich schon sehr. Dort werde ich auch meine Eltern aus Deutschland wiedersehen, da sie zu Besuch kommen. Vielleicht wissen wir auch bis dahin, ob mein Gastbruder Phil nach Deutschland als Austauschschüler kommt. Wir werden ja sehen.

Mit freundlichen Gruessen,
Katarina Schmidt

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