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5. Bericht der Austauschschülerin Katarina Schmidt aus den USA
Es ist jetzt 5 Monate her, dass ich hierher gekommen bin und noch weitere 5 Monate liegen vor mir. Es ist sozusagen Halbzeit
Ich habe schon das letzte mal angefangen über das Schulsystem zu berichten und möchte hiermit fortfahren.
Saratoga Springs hat ca. 25.000 Einwohner und 7 öffentliche Schulen. Diese Schulen wurden in den vergangenen Jahren alle renoviert. Die High School, die ich besuche, ist immer noch in Arbeit. Die Bauarbeiten haben letztes Jahr begonnen. Es wurde ein komplett neuer Flügel angebaut, da das Schulgebäude zu klein wurde, um die mittlerweile 2200 Schüler aufzunehmen. Die High School beginnt mit der 9. Klasse und geht bis zur 12. Eine Klassenstufe hat um die 500 Schueler.
Wie schon im letzten Bericht erwähnt, ist das amerikanische Schulsystem etwas anders als das deutsche. Sobald man die High School besucht, kann man seine Fächer wählen, nicht, wie in Deutschland, erst im Kurssystem. Man ist verpflichtet, gewisse Fächer zu belegen, die unter anderem eine Sprache und eine Naturwissenschaft einschließen. Als Fremdsprachen stehen Spanisch, Französisch und Latein zur Auswahl. Bis vor wenigen Jahren wurde sogar Deutsch angeboten. Was die Ausbildung in Naturwissenschaften betrifft, so werden gewisse Grundlagen schon vor der High School gelehrt. Ab der 9. Klasse wird dann in einjährigen Kursen Geographie, Biologie, Chemie und Physik gelehrt. Diese Fächer müssen in der aufgeschriebenen Reihenfolge belegt werden. Darüber hinaus wird noch Astronomie angeboten. Es gibt die Möglichkeit Fächer, die man nicht bestanden hat, im nächsten Jahr zu wiederholen. Man kann auch Fächer in der Summer School belegen oder am örtlichen College, dem Skidmore College. So ist es möglich, dass man gewisse Fächer nicht in der Schule belegen muss. Meine Gastschwester Amanda und mein Gastbruder Phil haben zum Beispiel den Mathematikkurs, den ich im Moment belege, während der diesjährigen Sommerferien absolviertSoetwas wie Nachhilfe gibt es auch. Die Nachhilfe sieht allerdings auch total anders aus, als in Deutschland. Natürlich gibt es Schüler, die anderen Nachhilfestunden gegen Geld geben. Es gibt allerdings keine Organisationen, die Nachhilfe anbieten. Die normale Variante, welche ich nicht schlecht finde, ist, dass die Lehrer an bestimmten Tagen nach der Schule da bleiben und jeder Schüler, der Probleme oder Fragen hat, kann sie dann klären.
Amerikanische Schulen haben auch ein unglaublich großes Angebot an Clubs und Sportarten. Die Auswahl an Clubs reicht vom Buchclub bis hin zum Ski- und Snowboard Club. Dasselbe gilt für Sport. Je nach Jahreszeit werden unterschiedliche Sportarten angeboten. Football, Tennis, Fußball, Baseball und Leichtathletik sind nur ein paar Beispiele. Im Herbst hatte ich keine Sportart belegt, da ich zu spät für die Try Outs war. Jetzt, über die Wintersaison, bin ich im Leichtathletikteam. Es ist erstaunlich, wie viele Schüler von der 7. bis hin zur 12. Klassenstufe daran teilnehmen. Jungs und Mädchen sind getrennt, welche dann wiederum in Sprinter, Langstreckenläufer und Kugelstoßer eingeteilt sind. Die meisten Mädchen sind Langstreckenläufer und ich finde es wirklich beeindruckend, wie schnell sie sind. Es gibt drei Kugelstoßer und um die 10 Sprinter. Ich gehöre zu den Sprintern. Allerdings beinhaltet Sprint nicht nur Kurzstreckenlauf, sondern auch Hochsprung, Stabhochsprung, Weitsprung und andere Aktivitäten. Wir haben 6 mal die Woche Training. Eine Trainingseinheit ist zwischen 2 und 2 ½ Stunden lang. Das ist bei so ziemlich allen Sportarten dasselbe. Zur Zeit ist auch noch fast jedes Wochenende Wettkampf.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass meine Schule zwar eine 400m Bahn hat, diese allerdings nicht überdacht ist und da im Moment Schnee liegt, ist es unmöglich sie zu nutzen. Wir rennen mit Mütze, Schal und Handschuhen, eventuell auch mit mehreren Schichten an Pullovern, auf der Strasse direkt vor dem Schulgebäude. Da diese Straße direkt auf dem Schulgelände liegt, ist sie nur sehr wenig befahren. Für die Sicherheit der Schüler werden Strassenkegel aufgestellt und es gibt reflektierende Westen. Die anderen Aktivitäten, wie die verschiedenen Sprungarten, finden aber in einer der Turnhallen statt. Ab und zu benutzen wir auch das schuleigene Fitnessstudio. Ansonsten kann ich für mich sagen, dass man sich mit der Zeit an die sportliche Betätigung und auch an die Kälte gewöhnt; es herrschen Temperaturen zwischen 0 und -30 Grad Celsius. Bei -24 Grad Celsius hatte ich am 8. Januar 2004 meinen ersten Snowboardkurs in den Mountains. Da ich zu Hause im Winter meist nur 14 Tage Skilanglauf im Thüringer Wald absolviere, ist Snowboardfahren für mich nicht ganz so leicht. Es macht mir aber riesigen Spaß. Mal sehen, wie es vorangeht. Der Kurs findet einmal in der Woche statt und geht über sechs Wochen. Im nächsten Bericht dazu mehr.
Mit freundlichen Gruessen,
Katarina Schmidt
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